Du liebst Orte, an denen andere vorbeilaufen? Dann ist Bonn deine Stadt!

Du liebst Orte, an denen andere vorbeilaufen? Dann ist Bonn deine Stadt!

Es gibt zwei Arten, eine Stadt zu entdecken. Die einen laufen zielstrebig von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Beethoven-Haus. Münster. Rhein. Foto. Haken dran. Nächster Punkt.

Und dann gibt es die anderen. Die plötzlich stehen bleiben. „Warte mal. Hast du das da gesehen?“

Sie betrachten eine bemalte Hauswand, während der Rest der Fußgängerzone an ihnen vorbeizieht. Sie biegen in Gassen ein, obwohl Google Maps dort absolut nichts von Interesse vermutet. Und sie freuen sich über einen winzigen Sticker an einer Laterne fast mehr als über das berühmteste Denkmal der Stadt.

Falls du dich gerade ertappt fühlst: Bonn ist ziemlich gut darin, Menschen wie dich zu beschäftigen. Denn einige der schönsten Bonn Sehenswürdigkeiten sind gar keine klassischen Sehenswürdigkeiten.


Street Art Bonn: Schau auf die Wand. Nein, genauer.

Bonn ist nicht Berlin. Hier springt dich die Street Art nicht an jeder zweiten Hauswand an. Man muss sie suchen. Aber wir wissen, wo sie sind.

Zwischen Bonner Nordstadt und Altstadt verstecken sich Murals, Stencils, Paste-ups, Sticker und andere kleine Eingriffe in den Stadtraum. Die Stadt selbst zählt inzwischen unterschiedlichste Formen von Street Art zum Bonner Stadtbild – von großen Murals bis zu Urban Knitting.

Das Problem? Du kannst zehnmal daran vorbeilaufen und trotzdem nichts sehen. Genau daraus ist unsere unsere Street-Art-Rätseltour entstanden.

Auf rund zwei Kilometern sucht ihr neun Stationen, löst Rätsel und erfahrt, was hinter den Kunstwerken steckt. Das Ganze läuft über WhatsApp, dauert ungefähr 1 bis 1,5 Stunden und ihr könnt jederzeit starten, ohne Guide, ohne App und ohne das klassische „Bitte bleiben Sie bei der Gruppe“.

Oder anders gesagt: Eine Schnitzeljagd durch Bonn für Menschen, die lieber eine bemalte Wand untersuchen als einer hochgehaltenen Stadtführer-Fahne hinterherzulaufen.

 

Alle betrachten den Rhein. Dreh dich einfach mal um.

Der Rhein hat in Bonn ein kleines Aufmerksamkeitsproblem. Er ist so schön, dass alle hinschauen. Mach am Brassertufer deshalb einmal das Gegenteil und dreh dich um.

Zwischen Altem Zoll und Collegium Albertinum befindet sich die Hall of Fame Königshof, eine rund 55 Meter lange legale Graffitiwand. Im Winterhalbjahr von Oktober bis März darf dort gesprüht werden, im Sommer entsteht ein gemeinschaftliches großes Mural. Das bedeutet: Der Ort kann beim nächsten Besuch schon wieder ganz anders aussehen.

Eine Sehenswürdigkeit mit eingebautem Update sozusagen. Ganz ohne App Store.


Auf dem Münsterplatz: Alle schauen auf Beethoven. Du schaust nach links.

Natürlich sollst du dir das Beethoven-Denkmal ansehen. Wir sind schließlich in Bonn. Es gibt vermutlich irgendeine kommunale Vorschrift dazu. Aber danach: Blick nach links.

Auf dem Münsterplatz steht ein nämlich auch Bronzemodell, an dem viele Menschen einfach vorbeilaufen. Finde doch mal heraus, wofür diese Statue steht. Es ist das perfekte Beispiel für einen Bonn-Geheimtipp, der eigentlich gar nicht geheim ist. Er wird nur hervorragend ignoriert.


August Macke statt immer nur Ludwig

Bonn hat einen berühmten Künstler. Nein, diesmal meinen wir nicht Beethoven. Es ist August Macke. Er lebte und arbeitete von 1911 bis 1914 in der Bonner Nordstadt. Heute befindet sich dort das Museum August Macke Haus, inklusive ehemaligem Wohnhaus, Atelier, Garten und Café. In den kleinen Räumen des Hauses wird Mackes Leben dort erzählt, wo es tatsächlich stattgefunden hat.

Das Schöne daran? Es fühlt sich weniger nach „Museumsprogramm abhaken“ und mehr danach an, kurz in das Leben eines anderen Menschen hineinzuschauen. Wenn du besondere Orte in Bonn suchst, ist das genau die Sorte Ort, die wir mögen.


Der Alte Friedhof: mitten in Bonn und plötzlich ganz weit weg

Nur wenige Minuten weiter wird es überraschend ruhig. Der Alte Friedhof Bonn ist einer dieser Orte, bei denen man nach dem Eingang kurz das Gefühl bekommt, jemand hätte die Lautstärke der Stadt heruntergedreht.

Alte Bäume, historische Grabstätten, verwitterte Steine und mittendrin die Georgskapelle, die im 19. Jahrhundert von Ramersdorf hierher versetzt wurde. Die Stadt zählt den Friedhof selbst zu ihren „verborgenen Orten“. Natürlich ist ein Friedhof kein Freizeitpark und sollte entsprechend respektvoll besucht werden. Aber wer Geschichte lieber dort entdeckt, wo sie tatsächlich Spuren hinterlassen hat, statt nur auf einer Infotafel, wird hier vermutlich länger bleiben als geplant.


Vielleicht ist das die beste Aktivität in Bonn: anders hinschauen

Wenn Menschen nach Aktivitäten in Bonn, Bonn Geheimtipps oder „Was kann man in Bonn machen?“ suchen, erwarten sie meistens eine Liste. Dabei wäre unser wichtigster Tipp viel einfacher:

Lauf langsamer.

Schau in Hauseingänge.
Schau nach oben.
Schau auf Stromkästen.
Schau hinter dich.

Und frag dich zwischendurch: Warum ist das eigentlich da?

Denn Bonn besteht nicht nur aus den Orten, die auf Google Maps einen roten Pin bekommen haben. Manchmal ist das Spannendste der Stadt genau die Wand, an der gerade 30 Menschen vorbeigelaufen sind. Und du eben nicht.

Lust, genau das auszuprobieren?

Bei unserer Street Art Rätseltour durch Bonn machen wir aus diesem Hinschauen ein kleines Spiel: neun Stationen, versteckte urbane Kunst, Rätsel und Geschichten zwischen Nordstadt und Altstadt.

Aber Vorsicht.

Danach läufst du möglicherweise nie wieder normal durch eine Stadt.

Wir übernehmen dafür keine Haftung. 

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